Sandsturm
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Wechseljahre und Emotionen – vom Sandkorn zum Wüstensturm

Wir alle kennen dieses Gefühl, wenn emotional Sand im Getriebe ist. Wenn es knirscht und zwickt – wie ein winziger Stein im Schuh, der suuuuuuuper lästig sein kann, obwohl er mit dem bloßen Auge kaum zu finden ist.

Rational ist alles gut. Und trotzdem: ES KNIRSCHT.

Manchmal ist unser emotionaler Zustand dem sehr ähnlich. Rational wissen wir, unser Leben ist doch gut! Wir sind gesund, die Menschen um uns rum auch, oder zumindest nicht lebensbedrohlich, finanziell ist alles ok, wir haben ein Dach über dem Kopf und leben in einem der privilegiertesten Teile dieses Planeten. Ja, wir alle haben unsere Sorgen. Aber im Großen und Ganzen geht es uns doch sehr gut. – Und trotzdem! ES KNIRSCHT!

Und dann kommen die Wechseljahre.

Da bekommt Sand im Getriebe von heute auf morgen eine andere Dimension. Ohne Vorwarnung steht man mit wehenden Haaren im emotionalen Sandsturm. Das Körnchen im Schuh? Von wegen. Wir stehen bis über die Knöchel im Dreck und glauben uns nicht mehr von der Stelle bewegen zu können. Unsere Emotionen beuteln uns. Und zwar alle auf einmal – Wut, Trauer, Überforderung, Hilflosigkeit, Zorn. Wir fragen uns, wie viele Millimeter uns noch von einem hysterischen Anfall trennen. Eins ist klar: wenige. Wir sind knochentief erschöpft und brennen lichterloh vor Rage gleichzeitig. Welch Potpourri!

Ich bin ja davon überzeugt, dass wir in wenigen Monaten oder Jahren herrlich darüber lachen werden. Mit unseren Freundinnen im Liegestuhl einen Sonnenuntergang genießen und uns köstlich darüber amüsieren, was wir in unseren Wechseljahren nicht alles aufgeführt haben. So, wie man das jetzt schon über die eigene Pubertät machen kann… Ich freue mich darauf. Und – liebes Universum – lieber früher als später.

Was ich in 9 Jahren Perimenopause gelernt habe

Wenn ich mal wieder unvorbereitet emotional auf Glatteis stehe – ja, das passiert selbst einer TCM-Therapeutin, die auf Wechseljahre spezialisiert ist! – dann habe ich in den 9 Jahren Perimenopause ein paar Dinge ganz eindeutig festgestellt:

  1. Durchbeißen funktioniert nicht mehr! Das macht es nur noch schlimmer.
  2. Körperliche und emotionale Regeneration – alles dauert länger als früher, Punkt! Und wenn ich mich auf den Kopf stelle.
  3. Das Einzige, was wirklich funktioniert: Liebevolle Selbstfürsorge mit Zeit!

Selbstfürsorge allein reicht nicht. Zeit allein auch nicht.

Und zwar nur in Kombination! Nur Selbstfürsorge im Sinne von – ich nehme mal ein Bad, oder lege eine Maske auf? Nope. Das entlockt unserem Körper nicht mal mehr ein müdes Lächeln. Nur Zeit? Alles langsamer, weniger von allem? Nö – auch nicht. Denn nur langsamer regeneriert nicht. Es macht nur eins: langsam.

Die eigenen Bedürfnisse anzuerkennen, körperliche und emotionale, das ist mal der allererste Schritt. Nur weil es die letzten 30 Jahre so war, darf es sich jetzt ändern. Widerstand gegen unveränderbares erzeugt Leid – so oder so ähnlich sagt man das im Buddhismus. Ich finde da ist sehr viel Wahres dran.

Meine persönliche Erste Hilfe: Mini-Me-Time

Meine eigenen emotionalen Sandstürme überstehe ich nur, indem ich mehrere Schritte zurück gehe, massiv das Tempo reduziere und ganz bewusst und gezielt mehrmals täglich kleine Streicheleinheiten für mich in die Tage integriere. Sei es eine besondere Tasse Tee, die ich ganz bewusst trinke. Oder eine Kuscheleinheit mit meinem Hund, wo ich mich nur auf uns konzentriere und nicht gedanklich die nächste To-Do Liste schreibe. Oder sogar so etwas simples, wie ich mir 5 Minuten ganz achtsam die Hände eincremen! Meine Hände, die mich diese Welt und dieses Leben so sinnlich erleben lassen…

Wie gehst du mit deinen emotionalen Sandstürmen um? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

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